Internet macht Kultur

Die Diplomarbeit “Internet macht Kultur” ist fertig.

Der hier vorliegende Blogpost dient als Austauschraum zur anschlussfähigen Kommunikation über die Diplomarbeit (digitale Version).
Der vollständige Titel lautet:

Internet macht Kultur
Wie weltweite Vernetzung menschliche Interaktion verändert
Modellierung sozialer Gemeinschaften im Web

Ich freue mich über Kommentare, Anregungen und Kritik.
Thilo
PS: Im neuen Jahr wird die Arbeit als Buch erscheinen, wer lieber ein Artefakt der Offline-Welt in den Händen hält, muss sich also noch ein paar Wochen gedulden. Mehr dann auf diesem Blog.

Tach, Buch

Bücher lassen sich in vier verschiedene Arten kategorisieren.

  • Das Sachbuch
    Es bietet Hintergrundberichte, Informationen über ein bestimmtes Thema
  • Das Fachbuch
    Es wird oft im Wissenschaftssystem gesehen und ist unabhängig von aktuellen Nachrichten
  • Das Lachbuch
    Es dient der Unterhaltung, Romane gehören dazu, auch wenn sie traurig sind
  • Das Machbuch
    Jedes Flugblatt ist ein Machbuch: Es fordert auf zu handeln. Tu was!, Heimwerke!, Demonstriere!

Jetzt sind Sie dran: In welche Kategorie ist das Bach-Buch einzuordnen, und das Dach-Buch? Das Rach’-Buch, das Wach-Buch?

Hach, Buch!

We still know surprisingly little

Don’t we? Indeed we still know surpringly little about the implicit statements being made when uttering “we still know surprisingly little”.
It seems like the title of this blog-post is a favourite phrase from researchers around the globe. As of this day, I am part of the community of WSKSP-users.

Search for “we still know surprisingly little” on Google.

First step to becoming a great philosopher: understand, that you don’t know anything, and let yourself be surprised. Maybe somebody got it wrong. Now everybody is surprised not knowing something.

When you’re done, try “know surprisingly little” to broaden (more hits) your mind what else we don’t know. Yet.
Still want more? Try “[your name here] is” and find out something you didn’t know about yourself (well, your name).

Here I am.

Vier Faustregeln zum wissenschaftlichen Arbeiten

Lassen wir einen Profi sprechen.

  1. „Das Thema soll den Interessen des Kandidaten entsprechen…
  2. Die Quellen, die herangezogen werden müssen, sollen für den Kandidaten auffindbar sein…
  3. Der Kandidat soll mit den Quellen, die herangezogen werden müssen, umgehen können…
  4. Die methodischen Ansprüche des Forschungsvorhabens müssen dem Erfahrungsbereich des Kandidaten entsprechen”

Wer also eine Abschlussarbeit schreiben will, sollte auch eine schreiben, die er schreiben kann.

Der Urheber dieser vier Faustregeln ist Umberto Eco. Aus seinem Handbuch “Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften

circular questioning

Inspiriert von den Gedanken Heinz von Foersters in “Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker” möchte man sich folgendes vorstellen.*

Eine Familie, Vater, Mutter, Sohn, und Tochter, macht eine Therapie.

Der Therapeut stellt jedem Anwesenden 4 Fragen, was er über sich selbst und über die anderen denkt.
Außerdem stellt er jedem Anwesenden 4^2-4 = 12 Fragen, was er denkt, was jeweils die anderen über die anderen denken.

So ergeben sich bei einer vierköpfigen Familie schon 4^3 (Anzahl der Teilnehmer hoch drei), also 64 Fragen. Im Folgenden einmal nur die Fragen, die der Vater gestellt bekommt.

Was denkt V über sich selbst?
Was denkt V über M?
Was denkt V über S?
Was denkt V über T?

Was denkt V, was M über V denkt?
Was denkt V, was M über sich selbst denkt?
Was denkt V, was M über S denkt?
Was denkt V, was M über T denkt?

Was denkt V, was S über V denkt?
Was denkt V, was S über M denkt?
Was denkt V, was S über sich selbst denkt?
Was denkt V, was S über T denkt?

Was denkt V, was T über V denkt?
Was denkt V, was T über M denkt?
Was denkt V, was T über S denkt?
Was denkt V, was T über sich selbst denkt?

Der Clou ist jetzt, dass man einerseits diese Fragen durcheinander stellt, beziehungsweise zirkulär immer aufeinander folgen lässt, und andererseits die anderen Familienmitglieder immer gleich darauf reagieren können und sei es nur in Form eines entgeisterten Gesichtsausdruckes.

Eine schriftliche Ausarbeitung einige Antworten als Vorbereitung auf die Sitzung ist auch denkbar.

*) Heinz von Foerster. Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker. Carl-Auer-Systeme Verlag. 3. Auflage. 1999. Der Verweis ist dort auf Seite 80 zu finden.

Medien-Wandlung

Welches Medium ist das richtige, um eine Nachricht zu übertragen? Einerseits meint der Sender: “Was meine Information am Besten darstellt”, andererseits meint der Empfänger:”Was mich die Mitteilung am Besten aufnehmen lässt”.

Es freut sich der Dritte, der von einem Medium zum anderen wechselt.

Allgemeines Problem:
Konvertierung von auditiven zu visuellen Daten und vice versa.

  • Sprache -> Text
    Spracherkennung (Sprache überdefiniert, was geschrieben werden kann)
  • Text -> Sprache
    Sprachsynthese (Text unterdefiniert, was gesprochen werden kann)

Konvertierung von Bilddaten zu Textdaten.

  • Bild -> Text
    OCR (falls Text im Bild)
    Muster-, Form-, Bild-Erkennung mit Künstlicher Intelligenz (falls ein Foto oder eine Zeichnung im Bild)
  • Text -> Bild
    Sampling (Text wird abfotografiert)
    Malen nach Anleitung (Text wird auf Gestaltungshinweise untersucht)

Bisher nur denkbar, aber nicht machbar, ist die Konvertierung von Geruch, Geschmack und Sinnesdatum, das über die Haut erfahren wird, wie Druck, Wärme oder Kälte.
Spezielles Problem:
Konvertierung der verfügbaren Techniken untereinander

  1. SMS (proprietärer Text-Dienst der Mobilfunkbetreiber)
  2. Email (Protokolle zur Übertragung von Text und als Text kodierte sonstige Daten)
  3. Brief (kann als ein Bild aufgefasst werden, welches meist größtenteils Textdaten enthält)
  4. Fax (ist klassisch ein Bild, ein Faksimile)
  5. Instant Message (alle Text-Nachrichten, deren Start- und Endpunkte im Internet liegen, und auf schnellstmögliche Zustellung hoffen)
  6. Sprachnachricht (auf Anrufbeantworter)
  7. Telefonanruf

Dieses Problem löst sich teilweise durch die durchgängige Digitalisierung der Daten und damit der vollständigen Verfügbarkeit für maschinelle Verarbeitung.

Fehlt was?