{"id":149,"date":"2009-03-20T10:00:08","date_gmt":"2009-03-20T08:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/thilodeussen.de\/blog\/?p=149"},"modified":"2009-03-25T03:31:50","modified_gmt":"2009-03-25T01:31:50","slug":"chile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thilodeussen.de\/blog\/2009\/travel\/chile\/","title":{"rendered":"Chile"},"content":{"rendered":"<p>Es ist eine Heimkehr f\u00fcr mich, ein Wiedersehen mit alten Freunden, meiner &#8220;chilenischen Familie&#8221;, eine Aufarbeitung und Urlaub in Balkonien auf meine Weise: zwei Wochen im M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Wieder in Santiago zu landen (nach einem langen Flug mit Umsteigen in S\u00e3o Paulo) und von Lorena abgeholt zu werden, lie\u00df mich zu Hause ankommen. In Las Condes hatte sich nicht viel ver\u00e4ndert, der Esstisch und das Sofa hatten ihren Platz getauscht und ein Zimmer stand leer, bereit von mir f\u00fcr Sofia Victoria in Rosa gestrichen zu werden. Ich sah Ruth, Gloria und Lorna wieder, wir gingen ins Kino und a\u00dfen Sushi (Lorena aus Angst vor gesundheitlichen Folgen in der Schwangerschaft nicht, sie guckte neidisch auf meinen Teller).<\/p>\n<p>In Vi\u00f1a del Mar spazierten wir am Casino, am Strand und die Stra\u00dfen entlang, in Valpara\u00edso fuhr Ruth zum ersten Mal in ihrem Leben einen der ber\u00fchmten Aufz\u00fcge (Ascensores de Valpara\u00edso) der Stadt, die 2003 zum Weltkulturerbe erkl\u00e4rt wurde. Ich war der Touristenf\u00fchrer f\u00fcr zwei Chileninnen, schon witzig. Im Haus Lukas auf dem Cerro Concepci\u00f3n tranken wir mit einem hell- und dunkelblauen Blick auf den Hafen einen Kaffee.<\/p>\n<p>Eva und Eva freuten sich \u00fcber meine Ankunft im &#8220;Casa del Sol&#8221; auf dem Cerro Toro und schrieben als erste in mein Reversed Guestbook \/ Umgekehrtes Gastbuch \/ Libro de Visitas al Rev\u00e9s. Mit dem Bus fuhr ich an den Geb\u00e4uden vorbei, in denen ich Informatik und Gesang studierte, in denen ich feierte und in denen ich einkaufte. Ein Sammeltaxi brachte mich auf den Cerro Esperanza, auf dem mittlerweile Roc\u00edo wohnt, meine Spanischlehrerin und allererste Gastgeberin 2003, damals noch in Re\u00f1aca. Ihren Ehemann lernte sie als Nachbar des selben Hauses in San Enrique auf dem Cerro Alegre kennen, zwei, drei H\u00e4user von meiner damaligen Wohnung entfernt.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Santiago besuchte ich abends Roc\u00edo, die Schwester von Jorge, in Polanco\/Bellavista, mittlerweile mit dem Mendocino Marco verheiratet, in ihrem neuen Apartment. Sie arbeitet weiterhin f\u00fcr Film und Kino und erz\u00e4hlt mir vom Wohnungskauf, der Hochzeit auf der Dachterrasse und TranSantiago, den gr\u00fcnen Bussen, die den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr verbessern sollen.<\/p>\n<p>LAN Chile bringt mich in zwei Stunden ca. 2.000 Kilometer weiter in den Norden nach Iquique, die Stadt, von der ich bei meinem letzten Aufenthalt Anfang 2004 bis auf das \u00f6ffentliche Krankenhaus nicht viel mitbekommen habe. Ich rufe Romy an, die Cousine von Roc\u00edo, um mich bei ihr f\u00fcr ihre Hilfe damals zu bedanken. Leider hat sie keine Zeit f\u00fcr ein Treffen, freue sich aber \u00fcber meinen Anruf. So bleibt mir mehr Zeit f\u00fcr Jorge, der gerade von einer Zwischenl\u00f6sung bei einem Arbeitskollegen in ein sch\u00f6nes, kleines aber feines und m\u00f6bliertes Drei-Zimmer-Apartment umzieht. F\u00fcnf Minuten vom Strand, Supermarkt, Tankstelle, Mall, Kino und Bank  entfernt, wohnt er nun gemeinsam mit seiner Freundin Erika im dritten Stock mit Meerblick.<br \/>\nWir gehen am Strand spazieren, reden \u00fcber die guten, alten Zeiten in Santiago, das Gl\u00fcck am Meer ohne Smog mit wenig Verkehr zu wohnen. Jorges Pl\u00e4ne werden ihn im n\u00e4chsten Jahr hoffentlich nach Venezuela und Europa mit ihren verschiedenen Sozialsystemen f\u00fchren. Er sollte sich vielleicht einmal mit Manuel kurzschlie\u00dfen. Momentan arbeitet er im Gef\u00e4ngnis als Sozialassistent, seine Freundin arbeitet dort als Psychologin.<br \/>\nSushi, das ewig dauert, Pichanga, die aus Rindfleisch, Wurst, Zwiebeln und Pommes besteht (etwa wie die Chorrillana in Valpo, Iquique ist auch eine Stadt mit vielen Hafenarbeitern), Pizza mit einem mittelm\u00e4\u00dfigen Teig, Completo mit Mais und Avocado, Churros, Marmelade und K\u00e4se f\u00fcllen unsere M\u00e4gen, w\u00e4hrend sich unsere K\u00f6pfe mit den Gedanken des Anderen f\u00fcllen. Wir laufen \u00fcber die M\u00e4rkte von Iquique, inklusive der zollfreien Zone von Iquique Zofri, laufen durch das alte Zentrum, an luftigen Holzh\u00e4usern vorbei und durch die Neubauten am Meer in Cavancha.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Santiago fahre ich mit den \u00d6ffentlichen nach Las Condes. Ausnahmsweise stehe ich einmal morgens um sechs auf, mich in das Leben eines durchschnittlichen Angestellten hineinversetzend und komme p\u00fcnktlich zum Arbeitsbeginn um 07:45 Uhr an der Deutschen Botschaft an. Dort treffe ich meine alten chilenischen Kollegen Paulina, Ingrid und Victoria, mittags essen wir gemeinsam und nach der (ihrer) Arbeit gehen wir ein Bier trinken. Die deutschen Mitarbeiter sind schon alle Weg, das Reiseunternehmen Ausw\u00e4rtiges Amt hat sie nach drei Jahren bereits auf ihren n\u00e4chsten Posten geschickt (zum Beispiel den Wirtschaftsreferenten nach San Francisco).<br \/>\nAm letzten Tag werde ich herzlich verabschiedet und zum Flughafen gebracht, vollgepackt mit Geschenken f\u00fcr meinen, noch ungeborenen, Neffen Alexander, meine Mutter Sigrid und auch zwei f\u00fcr mich. Das gr\u00f6\u00dfte Geschenk haben mir all diese Menschen, die ich treffen konnte, jedoch mit ihrer Anwesenheit und Liebensw\u00fcrdigkeit gemacht. Danke.<\/p>\n<p>Reden, Zuh\u00f6ren, auf Sand, Wiesen und Betten Rumliegen, Schlafen, Spazieren, Essen und Kaffee trinken waren meine Hauptbesch\u00e4ftigungen. Nichts Spektakul\u00e4res, spektakul\u00e4r erscheint mir nur, dass man drei Jahre nicht an einem Ort gewesen sein kann und sich im Prinzip nichts ge\u00e4ndert hat: &#8220;La esencia de las personas no cambia&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine Heimkehr f\u00fcr mich, ein Wiedersehen mit alten Freunden, meiner &#8220;chilenischen Familie&#8221;, eine Aufarbeitung und Urlaub in Balkonien auf meine Weise: zwei Wochen im M\u00e4rz. Wieder in Santiago zu landen (nach einem langen Flug mit Umsteigen in S\u00e3o Paulo) und von Lorena abgeholt zu werden, lie\u00df mich zu Hause ankommen. 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